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Hashtag Satire

Sei nicht nur krank, werde irr! Das hat Charme.

Frei nach Dürrenmatts Möbius: Die Flucht aus der Gesellschaft ist wohl der falsche Weg?
Werde irr!

Ich bin ein Kind der Zwischenzeit. Also der Zeit nach dem sog. „2. Weltkrieg“ und dem daraufhin erneuten Beginn oder gar der Fortsetzung einer Gesellschaftszerstörung, die in dem als „Deutschland“ bezeichneten Teil der Welt spätestens im Jahr 2015 ihren erneuten Höhepunkt erreicht hatte; wieder mal ein Jahrhundert später. Und als solches Kind der Zwischenzeit bin ich ab 1972 einigermaßen behütet aufgewachsen. Nun ja, meine Kindheit war nicht die schönste. Aber das gehört hier nicht hin. Noch nicht. Vielleicht später mal. Hinweis vorab: Das auf dem Titelbild bin nicht ich, hätte aber so werden können, wenn ich nicht rechtzeitig die Kurve gekratzt hätte. Es handelt sich lediglich um ein Symbol-Bild aus dem Stock-Archiv. Danke dafür!

Andere flogen in den Urlaub, ich radelte

Viele meiner Mitschüler fuhren regelmäßig in Urlaub. Nach Italien, nach Griechenland oder nach Spanien. Manche sogar nach Thailand. Na ja, da flogen sie hin. Mit dem Flugzeug. Wow! Ich war immer peinlich berührt von den Erzählungen der anderen, tat so, als ob ich mich für sie freuen würde, und hatte halt selbst nicht viel zu erzählen nach den Sommerferien. Während die anderen ins Ausland fuhren, radelte ich halt ins nächste Dorf. Vielleicht auch mal ins Übernächste. Je nachdem, wie ich eben Lust hatte. Mein täglicher Sonnenschein war der an einen Holzstab fest gemachte orangefarbene Eisbatzen, an dem die Zunge immer so schön kleben blieb. Die Firma Schöller aus Nürnberg hatte dem Konstrukt aus unterschiedlichsten chemischen Zutaten den Namen Caretta gegeben. Die vor dem Zweiten Weltkrieg gegründete ‚Eiskrem-Fabrik‘ der Brüder Schöller aus Nürnberg profitierte insbesondere während der Wirtschaftswunderjahre davon, dass Speiseeis „vom Luxusgut zum Genussmittel breiter Bevölkerungsschichten wurde“, weiß das Historische Lexikon. Interessant. Hatte ich also für 50 Pfennige (das war früher mal echtes Geld!) jeden Tag schon meinen Mainstream-Spaß.

Irgendwann habe ich aufgehört, dieses Eis zu essen. Spätestens als ich hörte, dass die Nürnberger Firma von einer anderen Firma übernommen wurde, die Entwicklungsländern ihr eigenes Wasser stilecht in Plastiflaschen verkauft. Das Konkurrenz-Eis von Langnese habe ich übrigens nie gemocht. Vielleicht den Nogger; obwohl, da war die Schokolade immer so fest, kaum zum Beißen. Und lecken wollte ich den Schokobolzen nicht. Für 30 Pfennige waren in der „Mini Milk“ eh schon ausreichend chemische Zusätze drin. Die haben so richtig gut geschmeckt, die Zusätze – verpackt in ein kleines kühles Milchstäbchen für zwischendurch. Ausreichend für einen Tag. Mit dem dekadenten Malagña-Becher aus Plastik und dem außen rot bedruckten Karton, konnte ich gar nichts anfangen. Kaum hattest du angefangen, war das Eis auch schon wieder weg. Oder zerlaufen. Und das für eine D-Mark und 30 Pfennige! Wucher. Und geschmeckt hatte es sowieso nicht.

Ohne technisches Tamtam zum Abitur

Mein Schulweg war jeden Tag zwei Mal 950 Meter mit dem Fahrrad. Also 950 Meter hin zur und 950 Meter zurück von der Bushaltestelle. Ich fuhr auf dem alten, verrosteten orangefarbenen Drahtesel bei Wind und Wetter. Mal nur mit Schultasche, mal mit Schultasche und Sportbeutel. Und manchmal hatte ich auch noch spezielle Sachen für den Kunst- oder Werkunterricht dabei. Zur Standard-Ausstattung gehörten Hefte und Bücher, ein Geha-Füller (Pelikan war nur für die Linkshänder), ein Tintenkiller, Bleistifte, Buntstifte, ein Lineal; später Geodreieck, ein Zirkel und ein hochmoderner Taschenrechner. Andere Schüler hatten den Profirechner von Texas Instruments. Mein Taschenrechner war eher Standard. Mehr war eben nicht drin. Aber – oh Wunder – auch mein Taschenrechner konnte 168 durch 12 teilen. Das Ergebnis war tatsächlich dasselbe.

Und mit all dem analogen und dem einzig batteriebetriebenen Kram kam ich tatsächlich durch die Schulzeit, habe sogar mein Abitur gemacht und war auf meine eher unterdurchschnittliche 3,3 auch noch stolz. Deswegen, weil ich am Ende meiner Schulkarriere mit meiner Freundin Beate lieber beim Eis essen gesessen bin als im Unterricht von Frau Fisch. Sie hieß nicht nur so, sie sah auch so aus. Ich glaube sie hat heute noch den wasserdynamischen Mund mit den spitzen Lippen. Aber das Eis war einfach besser, weil italienisch. Mein erster dauerhafter Kontakt mit einer fremden Kultur. Ich habe sie lieben gelernt. Die Sprache kam erst später. So etwa 30 Jahre nach meinem ersten, echten, nicht mit Chemie getränkten Dolce-Vita-Genuss. Danke Lilo, danke Cassiano. Ich liebe euch heute noch dafür!

Aber warum erzähle ich das alles. Ich tue das deshalb, weil meine Kindheit und Jugend – auch wenn immer wieder einige psychischen Dämpfer mit dabei waren – eigentlich schön verlaufen sind. Wir hatten nicht viel. Wir hatten uns selbst, kein Smartphone, kein Handy, kein Tablet, keinen High-End-Superduper-PC mit Gaming-Extensions, keine Eltern die uns zur Schule fuhren und von dort wieder abholten. Falsch. Einige genossen den Taxi-Service schon. Aber das waren auch die, die mit ihren Eltern immer in Italien, Griechenland oder Spanien Urlaub machten. Ehrlich gesagt fühlte ich mich damals immer ziemlich schlecht, weil ich das nicht hatte. Bis auf drei Fahrten nach Frankreich für jeweils sieben Tage in einem stickigen Bus kannte ich von der Welt nicht viel.

Was kann Deutschland (heute) eigentlich noch?

Heute, im Jahr 2022, ist die Welt irgendwie vollkommen durchgeknallt und krankheitsgesteuert. Gestern habe ich mit einem Freund telefoniert. Wir machen das regelmäßig, weil ich gerne mit ihm herum philosophiere. Und er fragte mich: „Was kann Deutschland eigentlich noch?“ Die Frage hat wahrlich einen ernsten Charakter und bedarf eigentlich schon längst dringend einer Klärung. Ja, was kann Deutschland noch? Im Grunde genommen nicht mehr viel. Das deutsche Volk – sollte es das in der Form überhaupt geben, Zwinkersmiley – hat über Jahrzehnte bewiesen, dass es selbst aus den schlimmsten Wirren eines Krieges neu erwachen und sich weltweit einen nicht zu verachtenden Namen erarbeiten kann. Es waren Dichter und Denker, Gesichter und Lenker mehrerer Generationen, die das zerstörte Land wieder zum Blühen brachten. Irgendwann kamen dann die Grünen. Später dann Karl Lauterbach. Das war dann der Anfang vom Ende.

Und dann kam dieses Kokolores-Dings. Diese Seuche, die die ganze Welt dahin raffen würde – angeblich. Heute wird behauptet, dass die Spritze der Grund dafür sei. Nun. Wer weiß. Durch bewusste Steuerung haben in den vergangenen zwei Jahren 40.000 Einzelhandelsgeschäfte geschlossen, Firmen gingen pleite oder zogen ins Ausland, viele Menschen verließen die Welt stillschweigend, sehr viele mit/wegen/durch/trotz die/der sog. „Impfung“. Das kulturelle Leben wurde zerstört, das Miteinander kaputt gemacht. Die Propaganda-Begriffe aus dem Lehrbuch der vermeintlichen Weltverbesserer liefen im Mainstream auf und ab. „Cancel culture“ und „Social Distancing“ taten genau das, was die Erfinder geplant hatten: Sie spalteten die Menschn in zwei Lager. Lager 1: Die Dummen, Lager 2: Die Klugen. Zu welchem Lager zählst du dich? Nur wenige hinterfragten diesen Wahnsinn von Anfang an, hingen mit Augen und Ohren vor der Glotze und folgten blind den zerstörerischen Anweisungen, die im Minutentakt gebetsmühlenartig skandiert wurden. In Italien hat sich das ganze etwas beruhigt. Allerdings hat der Wahnsinn noch kein finales Ende genommen. Ein sog. „Querdenker“ der ersten Stunde sitzt seit Monaten angeblich unschuldig in U-Haft. Einer der bekanntesten Ärzte, der mit vielen seiner Prognosen im Nachhinein betrachtet absolut richtig lag, ist nun Hotelier in Afrika.

„Entsetzen in einer Welt, die ihre eigenen Erschütterungen nicht hat bewältigen können“

Ich weiß nicht warum, aber bei dem Gedanken an unsere deutsche Gesellschaft, die nach 2019 diesen krankhaften Wandel vollzogen hat, kam mir spontan eines meiner Lieblingswerke in den Sinn. Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt. Es geht – um es kurz zu fassen – um drei Wissenschaftler, die irgendwann in der Irrenanstalt landen, weil sie aus ihrer Verantwortung stehlen wollen, Unheil von den Menschen abzuhalten. Ich hoffe, dass ich das so in aller Prägnanz im Sinne von Dürrenmatt richtig erklärt habe. „Mit dieser Lösung zeigt Dürrenmatt sein typisches Grotesk-Theater und sich selbst als pessimistischen Humanisten“, schreibt ein gewisser Patrick Christmann, dessen Exzerpt zu den Physikern auf dieser Seite gefunden habe und fügt an: „Die schlimmstmögliche Wendung, die das Geschehen – in einer Komödie – nehmen soll, treibt zwar mit dem Entsetzen Scherz, weil dieses anders nicht mehr fassbar und darstellbar zu sein scheint. Doch sie belässt das Entsetzen in einer Welt, die ihre eigenen Erschütterungen nicht hat bewältigen können.“

Hat unsere „Welt“ ihre „eigenen Erschütterungen“ wirklich nicht bewältigen können? Offenbar nicht. Bei all dem, was ich seit Monaten sehe, bin ich gewiss nicht der Einzige, der sich fragt, ob wir in einer Komödie oder in einer riesengroßen Irrenanstalt leben. Oder leben wir einfach in einer bewusst geschaffenen Realität? Ist es diese schlimme „Matrix“ von denen sie immer sprechen?

Wieviel Propaganda verträgst du?

Als der ehemalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz 2019 zum ersten Mal dramaturgisch drapiert vor versammelter Mannschaft am Rednerpult stand und mit leichter Rezitier-Schwäche vor sich hin faselte, dass wir niemals mehr in die „alte Normalität“ zurückkehren würden, war mir klar, dass er das nicht von sich ausgesagt hatte. Es klang nicht nach Wahrheit, schon gar nicht nach Inbrunst. Es klang nach Zwang. Es klang nach Lehrbuch. Als diesen Satz dann weltweit alle Politik-Marionetten ebenso in ihrer Sprache wiederholten, auch die Medien dieses Narrativ Tag für Tag predigten, kam in mir eine massive Furcht auf. Nicht vor einer respiratorischen Krankheit – ich habe schon einen bösartigen Tumor überlebt. Nein, in mir wuchs die Furcht davor, dass sie uns nun alle stückweis vernichten würden. Und als man dann die Wissenschaftler kaltgestellt hatte (oder vielleicht auch als die Wissenschaftler, die eigentlich wussten, was Sache ist, sich in das Irrenhaus als farbloses Puzzle-Stück eingebaut hatten), wurde die Furcht in mir immer größer. Vor einer Pseudo-Seuche hatte ich nur die ersten zwei Wochen Angst. Bis zu diesem Auftritt von Kurz. Vielmehr hatte ich Angst um die Kinder und die alten Menschen. Wie sollten sie sich vor diesen Irrsinn selbst retten?

Was in den nun fast drei Jahren passiert ist wissen wir – zumindest diejenigen, die sich dafür interessieren, was mit ihnen angestellt wurde. Mittlerweile auch aus den Mainstream-Medien. Die Fakenews-Medien können nicht mehr anders, nachdem sich die einst als Molloch der „Verschwörungstheoretiker“ herabgewürdigten Telegram-Kanäle mehr und mehr füllten und mehr und mehr Menschen auf der Suche nach der Wahrheit waren, sie dort auch mehr und mehr fanden. Doch die Tage sind gezählt für die Lügenpresse. Ja, ich kann sagen, ich würde dieses Wort mittlerweile hunderprozentig unterschreiben.

Die Zahlen sind da, indes die Einsicht nicht

Aber: Ich bin kein Richter. Ich bin nur Beobachter und Erzähler. Aber auch ich war mal Kind, auch ich bin Mensch und ich fühle. Und ich fühle, dass man den alten Menschen nicht nur ihr Leben und ihre Würde genommen hat. Ich fühle, dass man vor allem den Kindern ihr ganzes Leben gestohlen hat; mit Injektionen, die bewiesenermaßen nicht gegen die eingebildete Krankheit helfen, sondern sie gentechnisch verändern und vielleicht sogar noch Schlimmeres. Vor kurzem hat eine Partei im Deutschen Bundestag eine Sterbestatistik veröffentlicht. Anstatt nun endlich einfach mal Stopp zu sagen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, geht es munter weiter in die nächste Runde. Wieviel Schuld kann sich ein Mensch wirklich aufladen, bevor er von ihr erdrückt wird? Wäre ja auch verdammt – pardon – scheisse für die ganze Poltikdarsteller-Riege, wenn sie jetzt das Gegenteil dessen zugeben würde, womit sie in den vergangenen fast frei Jahren offenbar nicht immer die Wahrheit gesagt hat.

Zurück zu den Wurzeln falsch interpretiert?

Als Kind hatten wir früher die Wahl, welche chemischen Substanzen wir unserem Körper geben. Nehmen wir das Wassereis oder die gekühlte Milchsuppe. Und heute entscheiden Politiker darüber, was für Kinder, was für uns Menschen gut sein soll. „Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen“, schrieb der deutsch-amerikanische Informatiker und Computerkritiker Joseph Weizenbaum. Es sind Politiker und vermeintliche Führungskräfte, die den Kindern sagen, was gut für sie sein soll, was sie fühlen sollen, was sie tun sollen, was sie essen sollen, wohin sie gehen sollen, mit wem sie sich treffen sollen, usw. Testen sollen sie sich. Mit einem Test (ich weiß – alter Hut), der seit Ende 2021 selbst von der amerikanischen Seuchenbehörde als nicht wirklich brauchbar klassifiziert wurde. Faktenchecker behaupten zwar das Gegenteil, aber immer dann, wenn Faktenchecker (die z.B. auch von der Pharmaindustrie bezahlt werden) Fakten checken, stimmt in der Regel das Gegenteil. Spritzen lassen sollen sie sich, mit einem Experimenten-Cocktail, der bewiesenermaßen schon mehr als einer Person das Leben gekostet hat. Und dann sollen sie nicht mehr in die Schule gehen, sondern sollen zu Hause „Home Schooling“ machen. In den Bildschirm gaffen auf einen Lehrer, der eh nicht da ist, weil er – wohl gentherapiert – erneut im Krankenstand darauf hofft, dass seine „Erkrankung“ keinen „schlimmen Verlauf“ nimmt. Und dann sollen sie sich auf die Straße kleben, die Kinder. Weil sie dann für ein besseres Klima eintreten und gegen den Klimawandel, den es ebenso bewiesenermaßen nicht gibt in der Form, in der man behauptet, dass es ihn geben soll. Und dann sollen die Kinder auch ihre Großeltern nicht mehr besuchen, weil sie sie ja töten könnten, wenn sie das böse Virus in sich tragen. Und dann sollen die Kinder beim Pinkeln nicht mehr so genau hinschauen, weil man das noch nicht sagen kann mit 12 Jahren ob das ein Pimmelchen hängt oder ein Schlitz ist und man kann das einfach nicht genau sagen, ob man nun Männlein oder Weiblein wird oder vielleicht doch irgendwie ELTSCHIBITIQU? Und eigentlich sollten die Kinder ja einfach nur ihre scheiss Klappe halten. Maske drauf und Ruhe! Dass so viele Menschen hinter den giftigen Zellwänden krank werden ist ja den Politikdarstellern egal. So lange noch genügend Menschen da sind und noch nicht an ihren eigenen Bakterien krepiert sind, läuft der Rubel ja …

Molière würde jubeln!

Wir leben in einem Irrenhaus. Molières „Eingebildeter Kranker“ hätte seine Freude daran. Kokolores wäre für ihn das Paradies gewesen. Krank zu sein hat offenbar Charme. Sich jeden Tag testen zu lassen, um zu checken, ob man krank ist, obwohl man nichts fühlt? Hervorragend. Und wer so viel Freude daran hat, sich krank zu fühlen, und an nichts mehr anderes zu denken, wieder einmal gesund zu sein, für den ist gewiss auch noch ein Platz im Irrenhaus frei. Dann darf er seine Bilder im Kopf vielleicht mit Wachsstift an die Wand malen? Welche Ärzte hatten nochmal gefordert, dass Karl Lauterbach eine psychische Untersuchung machen sollte?

Ich bin auf jeden Fall erst mal weg. Vielleicht schau ich mal im Irrenhaus vorbei, um zu checken, ob Karlchen auch brav seine Tabletten nimmt.

Foto (c): timnewman/istockphoto.com

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